Was ist TIM?

TIM ist eine musiktherapeutische Methode zur Behandlung von Tinnitus, die von Dr. Annette Cramer (link) in der BRD entwickelt wurde. Die TIM verwendet in modifizierter Form Methoden, die in der Musiktherapie etabliert sind und ergänzt diese um Entspannungstechniken sowie Hör – bzw. Wahrnehmungsangebote, die speziell für die Tinnitussymptomatik entwickelt wurden.

Die Wirkweise der TIM lässt sich anhand von zwei Beobachtungen, die auf Tinnitusbetroffene regelmäßig zutreffen, beschreiben:

Einerseits ist bei Menschen, die durch den Tinnitus stark belastet sind, das Hörerleben insgesamt eingeschränkt bzw. auf die Wahrnehmung des Tinnitus fixiert. Dies kann an Schädigungen des Gehörs liegen, ist aber oft (auch) eine Folge der starken Belastung durch den Tinnitus.
Andererseits kann man beobachten, dass das Ausmaß des subjektiven Leidens am Tinnitus wesentlich davon abhängt, wie der Tinnitus kognitiv und emotional verarbeitet wird. Entscheidend für die subjektive Belastung ist daher, welche Erklärungsmodelle der Betroffene für den Tinnitus hat und welche Emotionen, Assoziationen und Glaubenssätze mit dem Geräusch verknüpft sind.

Daraus leiten sich für die TIM zwei Zielsetzungen ab: Ein Ziel besteht darin, das Hörerleben zu erweitern und zu intensivieren und den Fokus des Hörens weg vom Tinnitus und hin zu einer intensiveren Wahrnehmung der akustischen Außenwelt zu lenken. Das zweite Ziel ist, die emotionalen und kognitiven Muster, die mit dem Tinnitus verbunden sind durch Übung über einen längeren Zeitraum zu ändern. Dadurch wird der Tinnitus auch wenn er weiterhin auftritt, als deutlich weniger belastend erlebt.

Wie funktioniert TIM in der Praxis?

Die Behandlung erfolgt stets individuell und richtet sich einerseits nach medizinischen Kriterien (Diagnose(n) sowie Audiogramm) und andererseits nach den Bedürfnissen und dem Leidensdruck des Klienten. Bestandteile der Therapie sind jedenfalls eine ausführliche Anamnese, die  Arbeit an der Verbesserung des Hörens sowie musiktherapeutische Tiefenentspannung. Eine zentrale Rolle spielt die auditive Umprogrammierung: Dabei wird zunächst das persönliche Tinnitusprofil ermittelt. Dieses wird dann mit Musik unterlegt und dieses Trainingsprogramm wird über mehrere Wochen täglich zuhause gehört. Ziel ist dabei, dass durch die tägliche Übung die emotionale Belastung durch den Tinnitus schrittweise abnimmt.

Bei einer Hyperakusisbehandlung geht es darum, Klänge und Musik zu nutzen um schrittweise höhere Lautstärken aushalten zu können. Es wird dabei auch erarbeitet, wie mit schwierigen Alltagssituationen umgegangen werden kann.

Rahmenbedingungen der Therapie

Überweisung: Voraussetzung für eine Tinnitustherapie ist die Überweisung durch einen Facharzt (HNO). Weiters ist ein aktuelles Audiogramm mitzubringen (nicht älter als 3 Monate).